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Diarrhoe Symptome und Betreuung im Rahmen einer 24 Stunden Pflege

Diarrhoe – Symptome, Ursachen, Tipps und Hilfen

Definition

Eine Diarrhoe (als Durchfall bekannt) besteht, wenn der erkrankte Patient mehr als drei ungeformte, dünnflüssige Stuhlausscheidungen pro Tag hat. Das Stuhlgewicht muss hierbei über 250 Gramm liegen. Von einer chronischen Diarrhoe spricht man ab einer anhaltenden Dauer von vier Wochen.6

Wir möchten darauf hinweisen, dass die folgenden Ausführungen keine ärztliche oder medizinische Beratung darstellen oder ersetzen.

Anzeichen und Symptome

Durchfall ist eines der Symptome, die bei Magen-Darm-Erkrankungen vorkommen können. Weicher Stuhlgang allein ist allerdings noch keine Diarrhoe. Wirklicher Durchfall zeigt sich durch breiigen bis flüssigen Stuhl, der auffällig öfter vorkommt als normal. Betroffene haben desweiteren vorrübergehend Probleme, den Stuhlgang zu kontrollieren; besonders bei extrem flüssigem Durchfall, der die Beschaffenheit von Wasser aufweist.
Erkrankte Personen mit schwerer Diarrhoe verlieren viel Wasser und Elektrolyte, im schlimmsten Fall kann dieses auch zum Tode führen.
Wie eine Durchfallerkrankung verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab, besonders wichtig sind:

  • Ernährungs- und Immunstatus des Erkrankten
  • Virulenz (Aggressivität) des Erregers.

Durchfall lässt sich aufgrund der Symptome in wässrigen und blutigen Durchfall analysieren. Wässriger Durchfall kommt bei weitem häufiger vor als Durchfall mit Blut, der auch als Dysenterie beschrieben wird. Je nach Ursache der Beschwerden können sich neben Durchfall weitere Symptome äußern, zum Beispiel:

  • Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
  • Blähungen/ Blähbauch
  • Sodbrennen
  • Völlegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen

In manchen Fällen besteht die Möglichkeit, aufgrund der Symptome auf die Ursache zu schließen. Schleimiger Durchfall ist eines der Symptome, die unter anderem bei einem Reizdarm oder einer Colitis ulcerosa (Entzündung des Dickdarms) vorkommen können. Der Reizdarm ist ein wahres Volksleiden, etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Schleimiger Durchfall kann weiterhin ein Zeichen für eine höhere Fettausscheidung sein; diese sogenannten Fettstühle (Steatorrhoe) kommen bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Leber vor. Trüb-farbloser Durchfall wie Wasser, der an Reiswasser erinnert, ist andererseits charakteristisch für Cholera. Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Essen sind dagegen eventuelle Anzeichen einer Lebensmittelunverträglichkeit wie einer Laktose- oder Fructoseintoleranz.
Abhängig davon, welche Grunderkrankung den Durchfall hervorruft, können auch Symptome außerhalb des Magen-Darm-Trakts auftreten, zum Beispiel:

  • Fieber
  • Hautausschläge
  • Juckreiz
  • Gelbfärbung der Haut
  • Kreislaufschwäche

Je nach Krankheitsursache kann starker Durchfall zu schwerwiegenden Verläufen und Komplikationen führen. Neben dem Durchfall können dann folgende Symptome auftreten:

  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • starker Flüssigkeitsmangel (Dehydration) bis hin zur Austrocknung (Exsikkose)
  • Entzündung des Dickdarms
  • Entzündung des Bauchfells (Peritoneum), wenn Bakterien aus dem Darm in das den Bauchraum auskleidende Bauchfell „auswandern“ (Durchwanderungsperitonitis)
  • Abnahme bis hin zum völligen Erliegen der Urinproduktion infolge eines Nierenversagens
  • Herzrhythmusstörungen
  • Blutvergiftung (Sepsis), wenn sich die Bakterien über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen

Eine schwere Komplikation bei einer Infektion mit bestimmten E. coli-Bakterien, den enterohämorrhagischen Escherichia coli-Bakterien, kurz EHEC, ist das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Blutiger Durchfall (Dysenterie) und weitere Symptome treten dabei auf, zum Beispiel:

  • Blutergüsse (Hämatome) und Punktblutungen der Haut (Petechien) als Folge von Blutgerinnungsstörungen durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombopenie)
  • Blutarmut bei Zerstörung der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie)
  • Krampfanfälle, Koordinationsstörungen und Lähmungserscheinungen. Ursache ist eine Störung des zentralen Nervensystems.
  • Akutes Nierenversagen
  • Koma

Das hämolytisch-urämische Syndrom führt auch zu schwerwiegenden bleibenden Schäden wie einer eingeschränkten Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), die bei ca. jedem fünften Erkranktem auftritt. Etwa vier von hundert Patienten mit HUS versterben daran.3,4,6

Ursachen

Die Durchfall-Ursachen sind extrem vielfältig. Auch hier macht es Sinn, zwischen den Auslösern von akuter und chronischer Diarrhoe zu unterscheiden.
Im Gegensatz zu akutem Durchfall sind die Ursachen von chronischer Diarrhoe nicht ansteckend. Eine Ausnahme sind Betroffene mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel Patienten mit Krebs oder einer HIV-Infektion. Bei diesen Erkrankungen verlaufen auch infektiös bedingte Durchfallerkrankungen mitunter chronisch, weil sich der Körper nicht ausreichend gegen die krankmachenden „Eindringlinge“ wehren kann.

Eine häufige Ursache von chronischer Diarrhoe ist ein Reizdarm (Reizdarmsyndrom, kurz: RDS). Dabei können neben dem Durchfall weitere Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe sowie ein Blähbauch auftreten. Die Ursachen des Reizdarms sind noch nicht vollständig geklärt. Immer mehr Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass eine geschädigte Darmbarriere die Hauptursache darstellt. Weitere mögliche Ursachen vom chronischen Durchfall sind:

  • Lebensmittelunverträglichkeiten, z.B. Laktoseintoleranz, Fructoseintoleranz
  • Divertikel im Darm, Ausstülpungen der Darmschleimhaut (Divertikulose), Entzündung der Divertikel (Divertikulitis)
  • Störungen der Darmbeweglichkeit (Motilitätsstörungen), z.B. den Darm betreffende Muskel- und Nervenerkrankungen
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose) – eine angeborene Stoffwechselkrankheit
  • chronischer Alkoholmissbrauch
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen, z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • bakterielle Fehlbesiedelung des Darms
  • Darmentzündung durch Strahlenbehandlungen (Strahlenenteritis)
  • Kurzdarmsyndrom, z.B. wenn Teile des Darms entfernt wurden
  • Darmkrebs
  • Darmversagen
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Diabetes mellitus
  • chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

Akute Durchfall-Ursachen – meist sind es Viren
Ursachen von akutem Durchfall sind in den meisten Fällen Magen-Darm-Infektionen. Es gibt eine große Vielfalt an Erregern – Viren, Bakterien, Protozoen (einzellige Lebewesen) oder Darmparasiten kommen als Durchfall-Ursachen infrage. Infektiöse Diarrhoe ist hochansteckend – er kann sich rasch weiterverbreiten:

  • über verunreinigte Lebensmittel
  • von Mensch zu Mensch durch mangelnde Hygiene
  • durch verunreinigtes Wasser beim Trinken, Kochen und Putzen

Virus-Infektionen sind die wichtigsten Durchfall-Ursachen, zum Beispiel:

  • Adenoviren-Infektion: rufen meistens Atemwegsprobleme hervor, gehören aber auch zu den möglichen Ursachen von Durchfall
  • Norovirus-Infektion: häufigster Auslöser der Magen-Darm-Grippe in allen Altersgruppen
  • Rotaviren-Infektion: verursacht oft besonders schwere Krankheitsverläufe mit einer starken Austrocknung (Dehydration) der Betroffenen

Bakterien, die bei einer Infektion zu den häufigsten Durchfall-Ursachen zählen, sind

  • Vibrionen: Verursacher der Cholera, die mit wässrigem, farblosem, teils schleimigem Durchfall einhergeht (sog. „Reiswasser-Durchfall“, weil das Aussehen dem Kochwasser von Reis ähnelt)
  • Campylobacter: verursacht meist wässrigen, gelegentlich auch blutigen Durchfall
  • Salmonellen: u.a. Erreger der Salmonellose mit wässrigem, selten blutigem Durchfall
  • verschiedene Shigellen-Stämme: führen zu leichten Erkrankungen bis hin zu schwersten, teils blutigen Durchfällen; Shigellen rufen im Vergleich zu anderen Durchfallerkrankungen besonders häufig einen lebensbedrohlichen Elektrolytmangel hervor (vor allem Unterzuckerung)
  • verschiedene Bakterienstämme von Escherichia coli (kurz: E. coli): unter Anderem Verursacher der Reise-Diarrhoe und schwerer blutiger Durchfälle (Dysenterie)

Einige der infektiösen Durchfall-Ursachen sind meldepflichtig. Da schreibt es das Infektionsschutzgesetz so vor, dass der Arzt oder das nachweisende Labor Erkrankungsfälle bzw. den Nachweis eines Erregers melden müssen. Bei manchen Krankheitserregern sind auch der Verdacht oder Todesfälle meldepflichtig. In Deutschland ist die zuständige Stelle das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Dieses Leitinstitut des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sammelt die Meldungen und gibt sie gegebenenfalls an die örtlichen Gesundheitsämter weiter. Das RKI hat die Aufgabe, das Auftreten von übertragbaren Erkrankungen zu überwachen.
Zu den Durchfall-Erregern, die laut Infektionsschutzgesetz bundesweit an das Robert Koch-Institut gemeldet werden müssen, zählen unter anderem:

  • Norovirus
  • Rotaviren
  • Salmonellen
  • Cholera-Vibrionen
  • Campylobacter

Auch einzellige und mehrzellige Darmparasiten können zu einer Diarrhoe führen. Die einzelligen Lebewesen heißen in der Zoologie Protozoen. Dazu gehören zum Beispiel Amöben oder Giardien. Weitere Darmparasiten, die Durchfall hervorrufen, sind Würmer, zum Beispiel der Bandwurm. Darmparasiten sind in Deutschland und anderen Industrienationen jedoch nur untergeordnete Durchfall-Ursachen. Erkrankt hierzulande jemand an parasitär verursachter Diarrhoe, handelt es sich öfter um Reisende in Entwicklungsländer.

Medikamente und weitere akute Durchfall-Ursachen
Auch Medikamente gehören zu den Durchfall-Ursachen. Nach einer Antibiotika-Einnahme leiden besonders viele Betroffene unter Durchfall, weil Antibiotika die Darmflora schwächen. Dadurch können sich vermehrt krankmachende Keime ansiedeln, zum Beispiel das Bakterium Clostridium difficile, das zu den häufigsten Ursachen der Antibiotika-assoziierten Diarrhoe zählt – kurz: AAD.
Die Liste mit Medikamenten, bei denen Durchfall als Nebenwirkung auftreten kann, ist lang. Dazu gehören unter anderem:

  • Krebsmedikamente (Chemotherapeutika)
  • Abführmittel gegen Verstopfung in zu hoher Dosierung
  • Metformin zur Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes mellitus
  • Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen
  • H2-Blocker gegen Sodbrennen
  • Thyroxin gegen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in zu hoher Dosierung
  • ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck (Hypertonie)
  • bestimmte Herzmedikamente (Digitalis)
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) gegen Depressionen und Angstzustände

Tritt Durchfall als Medikamenten-Nebenwirkung auf, sollten sich Erkrankte an ihren Arzt wenden. Je nachdem, wo das Arzneimittel seine Wirkung entfaltet, kann die beschleunigte Darmpassage die Wirksamkeit verringern. Eine kleinere Dosis kann meist helfen, Nebenwirkungen zu regulieren. Bleibt die Diarrhoe weiterhin bestehen, kann der Arzt gegebenenfalls ein ähnliches Medikament verordnen.

Nicht immer sind Erkrankungen oder Medikamente für den Durchfall verantwortlich. Ursachen können auch Stress und Ängste oder Koffein in Kaffee, Tee oder anderen koffeinhaltigen Getränken sein. Darüber hinaus kann der übermäßige Verzehr von Lebensmitteln mit Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen Diarrhoe verursachen. Lebensmittelvergiftungen, zum Beispiel eine Fischvergiftung, kann ebenfalls schwere Durchfälle nach sich ziehen.1,6

Therapie

Bei akuten Magen-Darm-Infektionen haben Erkrankte oft nur den Wunsch, dass der Durchfall aufhört, und das möglichst schnell. Bei Infektionskrankheiten ist dies jedoch gar nicht unbedingt sinnvoll, da die Krankheitserreger mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Deshalb ist auch eine sehr gute Hygiene entscheidend, um das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum zu senken. Wird der Durchfall jedoch unterdrückt, verbleiben die Keime im Darm und können noch mehr Schaden anrichten. Mittel, die den Durchfall stoppen, sind deshalb in der Regel nur bei sehr häufigen Diarrhoen empfehlenswert. Vielen Erkrankten hilft es aber schon, die Ernährung vorübergehend umzustellen und sich etwas zu schonen. Einige Betroffene greifen bei akutem Durchfall auch zu Mitteln der Homöopathie. Nach durchschnittlich etwa vier Tagen geht der Durchfall meistens wieder vorbei. Bei der Durchfallbehandlung steht an erster Stelle, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Betroffene sollten deshalb mindestens zwei Liter pro Tag trinken, besser mehr. Gut verträglich sind stilles oder kohlensäurearmes Wasser und Kräutertees. In schweren Fällen kann der Arzt eine Infusion legen. Um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen, gibt es in der Apotheke spezielle Lösungen, die sogenannte orale Rehydrationslösung. Man kann sich aber mit wenigen Zutaten auch einfach selbst eine Rehydrationslösung herstellen: man gibt dazu auf einen Liter Wasser einen halben Teelöffel Kochsalz und sechs Teelöffel Zucker. Ein wenig Fruchtsaft verbessert den Geschmack.

Mittel gegen Durchfall
Viele Betroffene greifen selbstständig auf Arznei gegen Durchfall zurück, sie behandeln sich selbst, ohne zum Arzt zu gehen. Da die Durchfallerkrankungen in Deutschland in der Regel unproblematisch verlaufen, ist dies meist in Ordnung, solange eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung gewährleistet ist. Wenn die folgenden Kriterien zutreffen, ist es jedoch in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen:

  • Durchfall bei Kindern unter 12 Jahre oder älteren Personen über 75 Jahre
  • Diarrhoe bei Menschen mit einer geschwächten körpereigenen Abwehr (Immunsystem)
  • Durchfall als Nebenwirkung oder Unverträglichkeit von Medikamenten
  • Fieber
  • blutiger Durchfall (Dysenterie)
  • Beschwerden innerhalb von drei Monaten nach einer Auslandsreise
  • wenn die Diarrhoe länger als drei Tage anhält

Ein Medikament gegen Durchfall ist nur selten notwendig. Wenn Betroffene sehr häufig auf die Toilette müssen, kann ein Medikament sinnvoll sein, das die Darmbewegungen (Darmperistaltik) vermindert. Die Peristaltik sorgt normalerweise dafür, dass der Nahrungsbrei im Darm vorwärts gelangt und weiter verdaut werden kann. Während des Verdauungsprozesses wird der Nahrung immer mehr Wasser entzogen, bis die Konsistenz von normalem, geformtem Stuhl entsteht. Bei Diarrhoe ist der Darm oft „hyperaktiv“ er bewegt sich zu viel, damit krankmachende Bakterien, Viren oder Giftstoffe möglichst schnell wieder aus dem Körper ausgeschieden werden können. Allerdings gelangt dadurch auch der Nahrungsbrei zu schnell weiter, sodass zu viel Wasser im Stuhl verbleibt. Wässriger Durchfall ist die Folge. Außerdem können die Nährstoffe aus der Nahrung in der kurzen Zeit nicht aufgenommen werden. Einen Wirkstoff, der die Darmperistaltik normalisiert, gibt es als Kapseln oder in Tablettenform in der Apotheke. Weitere Mittel gegen Durchfall sind zum Beispiel Tabletten mit medizinischer Kohle. Diese bindet Bakterien und Giftstoffe und verhindert so, dass sie sich an die Darmwand anheften können. Sie werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Außerdem bindet medizinische Kohle Wasser, wodurch der Stuhl fester wird. Ihre Handhabung ist allerdings unpraktisch, da sehr große Mengen notwendig sind, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Medizinische Kohle ist nur bei leichten Durchfallerkrankungen geeignet. Daneben gibt es verschiedene Mittel, die nicht gegen Durchfall, sondern die damit häufig verbundenen Symptome wie Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe helfen, zum Beispiel:

  • Schmerzmittel (Analgetika); nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure sind allerdings nicht empfehlenswert, da diese das Risiko für Blutungen im Verdauungstrakt erhöhen
  • krampflösende Medikamente (Spasmolytika)3,5

Pflegerische Maßnahmen bei Diarrhoe in der 24h-Pflege und der 24h-Betreuung

Wir von Jacura sind speziell der Vermittlung von sog. 24 Stunden Pflege durch polnische Pflegekräfte bzw. allgemein Pflegekräfte aus Osteuropa tätig und möchten im Folgenden auf unsere Erfahrungen eingehen.

Die Pflegekraft aus Osteuropa kann einen großen Teil dazu beitragen, dass die Erkrankung und das Wohlbefinden der pflegebedürftigen Person verbessert werden und die Beschwerden der Diarrhoe in ihrer Häufigkeit und Intensität reduziert werden. Die Basisbehandlung des Diarrhoes besteht aus Maßnahmen, welche die 24h-Pflegekraft selbst ergreifen kann. Auch über die Durchfall-Medikamente hinaus, gibt es Maßnahmen, die verhindern, dass man überhaupt erst erkrankt. Lesen Sie hier nun einige Tipps und Maßnahmen, auf die bei Diarrhoe zu achten ist:

  • Eine gute Hygiene ist das A und O, um Ansteckungen zu vermeiden. Dazu gehört es, sich nach dem Toilettengang gründlich die Hände mit Seife zu waschen. Kontaktflächen wie Türgriffe etc. sollten regelmäßig desinfiziert werden. Wenn möglich, sollten Patienten und nicht erkrankte Familienmitglieder unterschiedliche Toiletten benutzen. Ist keine zweite Toilette vorhanden, ist es sinnvoll, auch die Toilette zu desinfizieren.
  • Eine weitere, bedeutsame Aufgabe ist die Krankenbeobachtung. Damit sind nicht nur die Mengen der Ausscheidung gemeint, sonder geht es vielmehr um die Gesamtsituation, um rechtzeitig die sich anbahnenden Komplikationen zu erkennen und handeln zu können. Zu beobachten sind: Vitalzeichen, Bewusstsein, Temperatur und Gewicht (Gewichtskontrolle wird oft vergessen), Flüssigkeitsbilanz (diese anzulegen ist ratsam), Allgemeinzustand und Hautbild (Rötungen), Ausscheidungen (Erbrochenes, Stuhl, Urin), Schmerzen
  • Es ist wichtig, dass die polnische Pflegekraft den Senioren bei Kreislaufstörungen in seinen Bewegungen unterstützt und ihn nicht ohne Begleitung laufen lässt, um Stürze zu vermeiden.
  • Die 24h-Pflegekraft sollte nach jeder Stuhlausscheidung eine Intimpflege mit lauwarmem, klarem Wasser durchführen; aufgrund der Hygiene vorzugsweise mit Einmalwaschlapppen und Einmalhandschuhen.
  • Inkontinenzeinlagen oder Inkontinenzhosen bitte sofort nach Verunreinigung wechseln
  • Bei Rötung der Haut kann eventuell eine panthenolhaltige Salbe auf die Analregion aufgetragen werden, um starke Rötungen oder Hautdefekte als Sekundärerkrankung zu vermeiden und bei dem Patienten Schmerzen zu lindern.
  • Wenn dieser vorhanden ist, ist es ratsam, einen Nachtstuhl ans Bett zu stellen, da der Stuhlgang oft nicht gehalten werden kann. Der Toilettenstuhl kann dem Senioren das Gefühl von Sicherheit vermitteln, da längere Gänge ins Bad vermieden werden können.
  • Die Pflegekraft sorgt für eine angemessene Ernährung je nach Krankheitsverlauf: bei leichten Krankheitsverläufen ist die orale Ernährung möglich. Eine ballaststoffarme Kost ist leichter verdaulich. Bei schweren Formen darf der Patient nichts essen und erhält Infusionen durch den behandelnden Arzt. Der Kostaufbau wird von Tag zu Tag erhöht. Hier eignen sich am besten Tee, Zwieback, Schleimsuppen und Schonkost.
  • Bei krampfartigen Schmerzen kann die osteuropäische Pflegekraft feuchtwarme Bauchwickel anwenden, um dem Erkrankten die Schmerzen ein wenig zu nehmen.2,5,6

Wünschen Sie weitere Infos zu den Aufgaben von osteuropäischen Betreuungskräften, bspw. auch im Rahmen einer Demenzbetreuung? Melden Sie sich gerne. Wir beraten Sie unverbindlich (u.a. zu den Kosten 24 Stunden Betreuung und Erfahrungen 24 Stunden Pflege, kümmern wir uns um die fortlaufende Organisation, die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen (insbesondere das Formular A1) und die Anreise der 24h-Betreuungskraft. Zudem sind wir in der Pflegeberatung tätig und beraten zu gratis Pflegehilfsmitteln. Sie bekommen durch Jacura professionelle Unterstützung bei der häuslichen 24h-Betreuung vermittelt (mehr zu uns hier Vermittlungsagentur polnische Pflegekräfte) und müssen nicht mehr selbst den größten Teil in der Betreuung ihres Angehörigen tragen.

Quellen

1. http://www.perenterol.de/durchfall-ursachen.html
2. https://krank.de/krankheiten/durchfall-diarrhoe
3. http://www.gentside.de/escherichia-coli/escherichia-coli-e-coli-definition-symptome-uebertragung-therapie-und-behandlung-um-was-handelt-es-sich-bei-kolibakterien_art7761.html
4. http://www.onmeda.de/symptome/durchfall.html#therapie
5. https://www.gesundheit.de/krankheiten/magen-darm/durchfall/durchfall-behandlung
6. Lehrbuch: Altenpflege Konkret

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