Slowakische Pflegekräfte

Mit der EU-Osterweiterung bekamen viele Pflegekräfte aus Osteuropa die Chance, ihrer Arbeit in anderen Mitgliedsstaaten der Union nachzugehen. Dort werden sie deutlich besser bezahlt und können mit dem zusätzlichen Geld ihre Familien in der Heimat unterstützen. Seit einigen Jahren haben sie, neben der Anstellung in einem Pflegeheim, aber auch die Möglichkeit, direkt im Haushalt der Pflegebedürftigen als 24h-Betreuungskraft zu arbeiten.

Auf dieser Seite wollen wir Sie über slowakische 24h-Pflegekräfte informieren und aufzeigen, welche Besonderheiten es bei dieser Art der Betreuung in der eigenen Wohnung gibt.

Die Slowakei – Der Staat im Herzen Europas

Die seit 1993 unabhängige Slowakische Republik ist ein Land mitten im europäischen Kontinent. Zwischen Österreich, Tschechien, Polen, der Ukraine und Ungarn gelegen, beherbergt das Land rund fünfeinhalb Millionen Menschen auf einer Fläche, die ungefähr einem Siebtel von der Größe Deutschlands entspricht. Gemeinsam mit dem heutigen Tschechien bildete das Land zwischen 1918 und 1993 die ehemalige Tschechoslowakei. Nach nur elf Jahren wurde der neu entstandene Staat Teil der Europäischen Union und der NATO, was dann den Beitritt zur Eurozone fünf Jahre später ermöglichte.

Zwar ist das Land gemäß dem Index der menschlichen Entwicklung sehr weit entwickelt, allerdings sind die Unterschiede innerhalb der Slowakei sehr groß. Während in der Hauptstadt Bratislava das BIP pro Kopf fast 120 Prozent des durchschnittlichen Wertes in der gesamten EU entspricht, liegt es im weniger entwickelten Hinterland bei nur rund 10 Prozent. So reicht die Lebensqualität in der Slowakei von westeuropäischen Standards bis zu sehr armen und rückschrittlichen Verhältnissen. Deshalb suchen auch viele Arbeiter aus dem Land ihr Glück im europäischen Ausland.

Knapp acht Prozent aller Slowaken wohnen in der Landeshauptstadt
Die Region Bratislavský kraj erwirtschaftet fast 25 Prozent des slowakischen Bruttoinlandsprodukts; © Sabine Eva Rädisch / pixelio.de

Slowakische Pflegekräfte in Deutschland

Immer mehr slowakische Pflegekräfte kommen nach Deutschland, um hier im Rahmen der 24h-Betreuung tätig zu werden. Im direkten Nachbarland Österreich waren es Recherchen des Deutschlandfunks zufolge im Jahr 2014 schon mehr als 30.000 slowakische Pflegerinnen, die regelmäßig für einen gewissen Zeitraum einreisen, um sich dort um Senioren zu kümmern. Mit dem steigenden Bedarf einer immer älter werdenden Gesellschaft in Deutschland, wird aber auch das Angebot größer. So vermitteln die Agenturen mittlerweile Pflegerinnen aus vielen osteuropäischen Ländern. Durch die geografische Nähe zu Österreich haben viele slowakische Betreuerinnen den Vorteil, dass sie deutsch sprechen oder zumindest verstehen können. Das erleichtert die Kommunikation und den täglichen Umgang sehr und macht die Pflegekräfte im gesamten deutschsprachigen Raum zu einer echten Alternative.

Wie kann eine slowakische 24h-Pflegekraft beschäftigt werden?

Grundsätzlich gibt es drei legale Methoden, wie die 24h-Seniorenbetreuung umgesetzt werden kann. Am weitesten verbreitet ist das Modell der Entsendung. Hier sind die Pflegekräfte in ihrem jeweiligen Heimatland bei einem Pflegedienstleister angestellt und leisten dort auch die Sozialversicherungsbeiträge. Belegt wird das durch das Formular A1, die vom Herkunftsstaat ausgestellt wird. So können alle Beteiligten sicherstellen, dass die Rechtsvorschriften durch die Beschäftigung nicht verletzt werden.

Ebenfalls zum Einsatz kommt das Formular bei der Anstellung einer selbstständig tätigen Pflegekraft. Sie sind zwar ebenfalls in ihrem Heimatland gemeldet, können aber nicht nur ihren Arbeitsort, sondern auch die Länge ihres Aufenthalts freier bestimmen. Das Problem bei dieser Beschäftigungsform liegt allerdings in einer juristischen Grauzone. Jemand, der selbstständig tätig ist, darf nicht nur für einen einzigen Auftraggeber arbeiten. Falls das doch passiert, besteht rechtlich automatisch der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit. Die daraus resultierenden Konsequenzen müssten dann auch vom Auftraggeber getragen werden.

Die letzte Option ist die feste Anstellung der 24h-Betreuungskraft im eigenen Haushalt. Sie sind in dem Fall nicht nur ein Auftraggeber, sondern der Arbeitgeber der Pflegerin. Das hat den Vorteil, dass Sie weisungsbefugt sind und vertraglich festlegen können, welche Aufgaben genau übernommen werden sollen. Auf der anderen Seite haben Sie aber auch Verpflichtungen, die für viele oft sehr abschreckend wirken. Sie müssen selbst alle organisatorischen Dinge klären, die Sozialversicherungsabgaben entrichten und für die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Standards sorgen. Wenn Sie das nicht tun, machen Sie sich ebenfalls wieder strafbar. Deshalb entscheiden sich die meisten besorgten Angehörigen eher für die Entsendung, da sie mit dem geringsten Aufwand, den niedrigsten Kosten und keinem rechtlichen Risiko verbunden ist.

Was kostet eine slowakische 24h-Betreuungskraft?

Die Kosten sind ebenfalls abhängig von der Art der Beschäftigung. Während selbstständige und entsendete Pflegekräfte in einem vergleichbaren Bereich liegen, sind fest im Haushalt angestellte 24h-Pflegekräfte deutlich teurer. Das liegt vor allem daran, dass der Arbeitgeber, in dem Fall also Sie, für die Sozialversicherungskosten aufkommen muss. Insgesamt kommen so im Monat Mehrkosten von rund 500 Euro zu Stande. Wenn Sie die Zeit, die für den bürokratischen Aufwand nötig ist, als Opportunitätskosten noch hinzurechnen, ist der Unterschied zu den anderen Beschäftigungsformen sehr groß.

Die durchschnittlichen Kosten für die 24h-Betreuung liegen zwischen 1.700 und 2.200 Euro. Die ausschlaggebenden Faktoren sind der zu erwartende Aufwand, der damit zusammenhängende Pflegegrad, die Deutschkenntnisse der Betreuerin und mögliche Zusatzqualifikationen, wie sie bei bestimmten Krankheitsbildern (zum Beispiel der Demenz oder Diabetes) benötigt werden.

Die Kosten für die 24h-Betreuung durch bspw. slowakische Pflegekräfte müssen die Angehörigen nicht alleine tragen
Die Kosten können teilweise durch das Pflegegeld refinanziert werden ; © Lupo / pixelio.de

Welche Kosten Sie selbst tragen müssen

Der deutsche Staat fördert seit einiger Zeit verstärkt die häusliche Pflege. Das bedeutet, dass die Angehörigen so gut es geht unterstützt werden sollen, damit sie ihre pflegebedürftigen Verwandten selbst zu Hause versorgen können. Das Pflegestärkungsgesetz II, dass zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, soll dementsprechend durch diverse Neuerungen diese privat organisierte Pflege unterstützen.

Wenn Sie eine 24h-Pflegekraft beschäftigen, können Sie viele der Leistungen geltend machen und dementsprechend Kosten erstattet bekommen. Dazu gehört das Pflegegeld, das Verhinderungspflegegeld oder auch der Anspruch auf Kurzzeitpflege. So können aus den rund 2.000 Euro schnell 1.200 Euro werden, was die 24h-Pflege, besonders im Vergleich zu den Kosten für einen Aufenthalt im Altenheim, für viele erschwinglich macht.

Vorteile Pflegekräfte aus der Slowakei für eine 24h-Pflege

Grundsätzlich lässt sich nicht sagen, dass eine 24-Stunden-Betreuerin aus der Slowakei besser ist als beispielsweise polnische Pflegekräfte. Oftmals ist es eine Frage der Geografie: Wenn Sie selbst im Südosten Bayerns wohnen, ist eine Haushaltshilfe aus Tschechien oder der Slowakei naheliegender, als eine aus Polen. Wenn Sie aber in Brandenburg wohnen ergibt es keinen Sinn, eine kroatische Pflegekraft zu engagieren.

Der Vorteil der 24-Stunden-Pflege gegenüber einem konventionellen Seniorenheim liegt auf der Hand. Eine individuellere Betreuung in den eigenen vier Wänden bei gleichzeitig meist niedrigeren Kosten ist für viele das Hauptargument, warum sie eine solche Betreuungskraft bei ihrem Verwandten einquartieren. Ein weiterer Pluspunkt ist der umfangreiche Aufgabenbereich der Haushaltshilfen: Zu den Leistungen in der 24h-Betreuung gehört die Grundpflege, hauswirtschaftliche Aufgaben sowie betreuerische und aktivierende Leistungen. So kümmert sich die slowakische Pflegekraft zum Beispiel um den Einkauf, das Kochen und Putzen, begleitet Ihren Angehörigen zu Arztterminen oder spielt abends mit ihnen eine Runde Karten.

Wie Jacura Ihnen hilft, slowakische Pflegekräfte zu finden

Wir können Ihnen helfen, die richtige Pflegekraft für ein Engagement im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung zu finden. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung bei der Vermittlung von osteuropäischen Haushaltshilfen, z.B. auch für kroatische Pflegekräfte, und ermöglichen so Ihrem Angehörigen den Verbleib im gewohnten Umfeld, ohne dafür pflegerische Zugeständnisse zu machen.

Wenn Sie auf der Suche nach einer 24h-Pflegerin sind, können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren. Wir bieten kostenlose Beratungen per Telefon an und unterstützen Sie vom ersten bis zum letzten Schritt. Wenn Sie sich schon für die 24-Stunden-Pflege entschieden haben, können Sie gerne auch schon unser Formular für die Bedarfserfassung ausfüllen. Auf Grundlage Ihrer Angaben machen wir Ihnen dann ein unverbindliches Angebot für die 24h-Betreuung. Nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf, damit Ihr Angehöriger so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben kann!