24-Stunden-Pflege Stiftung Warentest – Studie und Ergebnisse

Erste Erhebung im Mai 2009

Die Stiftung Warentest hat im Mai 2009 die erste Studie zum Thema „Vermittlungsagenturen für osteuropäische Betreuungs- und Pflegekräfte“ durchgeführt.

Die Pflegebedürftigen können in ihrem gewohnten zuhause bleiben. Das kommt den Menschen und ihren Wünschen näher. Sie haben einen Ansprechpartner in Form einer osteuropäischen Pflegekraft – vor Ort und rund um die Uhr. Ambulante Pflegedienste aus Deutschland bieten das nur selten, denn eine 24-Stunden-Betreuung wäre hier einfach zu teuer.

Viele Familien respektive pflegende Angehörige setzen deshalb auf relativ günstige Betreuungskräfte aus Osteuropa, insb. Polen. Private Agenturen vermitteln den Kontakt und kümmern sich dann auch um die fortlaufende Organisation.

Die Stiftung Warentest hatte 17 dieser Vermittlungsagenturen für 24-Stunden-Pflege getestet. Das Ergebnis zusammengefasst: Die Personalsuche funktioniert in der Regel zufriedenstellend. Mit dem geltenden Recht nahmen es einige der Vermittler dagegen nicht immer so ganz genau, denn die Tester fanden sogar Anzeichen für illegal vermittelte Betreuungskräfte. Andere Vermittler bemühen sich jedoch um Legalität, wenngleich rechtlich bedenkliche Aussagen die Tester aber auch hier aufdeckten.

24-Stunden-Pflege der Stiftung Warentest 2009
Im Test: 24-Stunden-Pflege Stiftung Warentest – insgesamt befriedigende Noten für Vermittlungsagenturen

Kein test-Qualitätsurteil vergeben

Die rechtliche Situation wurde 2009 von der Stiftung Warentest als „schwierig“ bezeichnet, obwohl die Situation damals wie heute eigentlich eindeutig ist. Diese Einschätzung war vermutlich insbesondere durch den eher laxen Umgang mit den Vorschriften und der Unwissenheit einiger Agenturen begründet. Die Stiftung Warentest hat -trotz der o.g. insgesamt guten Personalsuche - kein test-Qualitätsurteil vergeben, weil die Einhaltung aller Voraussetzungen nicht geprüft werden konnte. Aus Sicht von Jacura ist das durchaus verständlich, aber heutzutage wäre das möglich, da die Rechtsprechung mittlerweile weiter ist, wenngleich sich im Wesentlichen nicht wirklich etwas geändert hat.

Die 17 Vermittlungsagenturen im Test

Getestet wurden insgesamt 17 Anbieter, die einer Tätigkeit als Vermittlungsagentur für 24h-Betreuung nachgehen:

  • ActioVITA GmbH
  • ihrepflege.eu
  • APV-SAJA
  • a.s.i.
  • B&B Seniorenbetreuung
  • Betreuung Plus
  • Deutsche Seniorenbetreuung
  • Dienst Service
  • EU-Pflegeservice
  • Europapersonal
  • Help4Seniors
  • McCare
  • PDV24 KG
  • Pflegeagentur 24
  • pflege zuhause
  • Pro vitea human 24h
  • Seniorenservice 24

Testergebnis: Bestenfalls befriedigend

Keine der aufgeführten Agenturen informierte die Kunden im Test der Stiftung Warentest angemessen über die schwierige Gemengelage aus fachlichen und rechtlichen Voraussetzungen. Die Rechtsaufklärung und auch die Rechtsumsetzung sind bestenfalls mit befriedigend zu benoten. Die Ergebnisse gibt es auch als pdf. Drei Anbieter erlangen aber im Prüfpunkt Bedarfsanalyse und Personal gute Noten: ActioVita, B&B Seniorenbetreuung und pflege zuhause. Sie analysieren den Pflegebedarf im individuellen Fall und schlagen passendes Betreuungspersonal vor.

Darauf sollten sollte laut der Tester geachtet werden

Status bzw. Beschäftigungsform

Achten Sie stets darauf, ob Ihnen Selbstständige oder Angestellte vermittelt werden. Beide müssen in Deutschland ihre Sozialversi­cherung im jeweiligen Heimatland (Polen, Rumänien, Slowakei, etc.) nachweisen – mit dem Formular E 101 (mittlerweile A1 Bescheinigung). Vorsicht bei relativierenden Aussagen, zum Beispiel, dass das Formular später käme (Anmerkung: im täglichen Geschäft kann das schon mal vorkommen, aber immer nachfragen).

Gefahr der Scheinselbstständigkeit bei Selbstständigen

Diese Betreuungskräfte müssen im Heimatland ein Gewerbe angemeldet haben. Es besteht hier jedoch die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Dann besteht von Beginn an ein Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis. Mögliche Folgen sind Anzeige, Verur­teilung und die Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Die 24h-Betreuungskräfte dürfen nach allgemeiner Auffassung im Haushalt nicht wohnen, keine freie Kost und Logis haben. Sie müssen mehrere Auftraggeber haben. Auch Vorschriften darf ihnen niemand machen, auch nicht der deutsche Vermittler, etwa bei fachlichen Fragen oder bei den 24-Stunden-Betreuungs-Kosten.

Fazit: Familien insgesamt zufrieden

Für deutsche Familien ist die Suche nach einer 24h-Betreuung insgesamt nicht leicht, insb. im Hinblick auf die Legalität einer 24h-Betreuung.

Der Lebensabend in den eigenen 4 Wänden ist trotzdem vielen pflegebedürftigen Personen wichtig und PflegerInnen aus Osteuropa ermöglichen ihn.

An dieser ist allerdings auch der deutsche Staat gefragt, denn der Gesetzgeber könnte klare Voraussetzungen schaffen für eine legale 24-Stunden-Betreuung. Denn eines zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung: Mit den Betreuungskräften aus Osteuropa sind die Familien meist zufrieden. Viele Familien kombinieren die Hilfe der osteuropäischen Pflegekraft mit einem ambulanten, deutschen Pflegedienst. Das ist auch aus Sicht von Jacura ratsam, denn die medizinische Grundversorgung darf nicht von ausländischen Pflegekräften übernommen werden.

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