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Orientierung für Familien

24h-Pflege im Überblick: Was Familien vor der Entscheidung wissen müssen

Dieser Ratgeber ordnet die Betreuung im Haushalt ein, erklärt Begriffe und zeigt den Weg zu den Themen, die für Ihre Situation wichtig sind.

Stand der Angaben: Oktober 2026

Ältere Person und Angehörige im Gespräch zu Hause
Eine gute Entscheidung beginnt mit einer realistischen Einordnung der eigenen Situation.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Mit 24h-Pflege ist meist eine Betreuungskraft gemeint, die im Haushalt der pflegebedürftigen Person wohnt und im Alltag unterstützt. Sie arbeitet nicht rund um die Uhr und übernimmt keine medizinische Pflege. Dieser Überblick hilft Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen und zu den passenden Vertiefungen zu finden.

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Was mit "24-Stunden-Pflege" gemeint ist, und was nicht

Der Begriff beschreibt die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft: Eine Betreuungskraft lebt im Haushalt und unterstützt dort. Er beschreibt keine Arbeitszeit. Die Verbraucherzentrale stellt klar: "Eine 24-Stunden-Betreuung durch eine einzige Person ist legal nicht möglich." Arbeitszeit und Freizeit müssen daher von Anfang an mitgedacht werden.

"Eine 24-Stunden-Betreuung durch eine einzige Person ist legal nicht möglich."
Verbraucherzentrale, Stand 13.08.2026
Betreuung in häuslicher GemeinschaftEine Betreuungskraft wohnt im Haushalt und unterstützt im Alltag.
BehandlungspflegeMedizinische Aufgaben wie Injektionen oder Wundversorgung.
PflegegradEr ist Grundlage für Leistungen der Pflegeversicherung.
EntsendungEin Unternehmen aus dem Ausland entsendet die Betreuungskraft.
A1-BescheinigungNachweis der Sozialversicherung bei einer Entsendung.
PflegemixMehrere Personen und Dienste teilen sich die Unterstützung.

Pflege zu Hause: Wo die Betreuung im Haushalt ihren Platz hat

Ende 2023 waren nach Destatis rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. 86 Prozent von ihnen wurden zu Hause versorgt, 14 Prozent vollstationär im Pflegeheim. Neben Angehörigen und ambulanten Diensten kann eine Betreuungskraft im Haushalt ein Baustein sein. Wie viele Familien dieses Modell nutzen, weist die amtliche Statistik nicht gesondert aus.

Quelle: Destatis, Datenstand Dezember 2023.

Was eine Betreuungskraft übernimmt

Eine Betreuungskraft kann im Alltag, im Haushalt, bei Gesellschaft und bei der Grundpflege unterstützen. Behandlungspflege wie Injektionen oder Wundversorgung gehört dagegen zu Pflegefachkräften. Wenn medizinische Leistungen nötig sind, kann ein Pflegedienst die Betreuung ergänzen. Welche Aufgaben im konkreten Fall passen, klärt der folgende Ratgeber.

Was eine Betreuungskraft darf und was nicht

Wann das Modell passt und wann eine andere Lösung besser ist

Im Mittelpunkt stehen drei Fragen: Wie hoch ist der medizinische Bedarf? Wird nachts Unterstützung gebraucht? Gibt es Platz für eine mitwohnende Person? Bei hohem medizinischem Bedarf oder nächtlichem Bedarf braucht es oft mehrere Personen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dann einen Pflegemix. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Eigenanteil im Pflegeheim lag im ersten Aufenthaltsjahr am 01.01.2026 bei 3.245 Euro im Monat.

Wann sich die Betreuung zu Hause eignet, und wann nicht

Rechtlich sauber beschäftigen: die Wege im Überblick

Laut Verbraucherzentrale gibt es zwei legale Wege: Der Privathaushalt stellt selbst an, oder ein Unternehmen aus dem Ausland entsendet die Betreuungskraft. Selbstständige Kräfte sind nur sehr eingeschränkt zu empfehlen. Bei der Entsendung gehört die A1-Bescheinigung zu den wichtigsten Prüffragen. Sie soll am ersten Arbeitstag vorliegen.

Orientierung zu den Beschäftigungswegen
WegEinordnungWichtige Frage
ArbeitgebermodellHaushalt stellt selbst anWer übernimmt die Arbeitgeberpflichten?
EntsendungAusländisches Unternehmen entsendetLiegt die A1-Bescheinigung vor?
SelbstständigkeitNur eingeschränkt zu empfehlenIst das Modell rechtlich belastbar?
Die Beschäftigungsmodelle und ihre Pflichten im Detail

Was die Betreuung kostet und was die Pflegekasse beiträgt

Die Verbraucherzentrale nennt für das Arbeitgebermodell mindestens 2.800 Euro im Monat. Bei einer Entsendung liegen die Kosten durchschnittlich bei etwa 2.800 bis 3.500 Euro, meist zuzüglich Vermittlungsgebühr. Die Pflegekasse zahlt keine eigene Leistung mit dem Namen "24-Stunden-Pflege". Pflegegeld kann jedoch einen Teil tragen, etwa 599 Euro monatlich bei Pflegegrad 3 im Jahr 2026. Eine Steuerermäßigung für Pflege- und Betreuungsleistungen im Haushalt kann ebenfalls möglich sein.

Stand 2026. Eine Pflegereform ist geplant, aber noch nicht in Kraft.

Alle Kosten und Zuschüsse mit Rechenbeispiel

Wer die Betreuungskräfte sind

Viele Betreuungskräfte kommen aus dem europäischen Ausland und verlassen für Wochen ihr eigenes Zuhause. Belastbare amtliche Zahlen zu Anzahl und Herkunft liegen nicht vor, deshalb nennt dieser Ratgeber keine. Für das Zusammenleben sind stattdessen Fragen nach Sprache, Erfahrung und gegenseitigen Erwartungen wichtig. Der Unterartikel hilft dabei, diese Fragen respektvoll zu stellen.

Wer die Frauen und Männer sind, die zu Ihnen kommen

Eine passende Betreuungskraft finden

Familien finden eine Betreuungskraft über eine Vermittlung oder suchen selbst. Entscheidend ist nicht ein schneller Eindruck, sondern ob das Modell rechtlich trägt und offene Fragen beantwortet werden. Dazu gehören mindestens: Welches Beschäftigungsmodell gilt? Liegt bei einer Entsendung die A1-Bescheinigung vor? Wer hilft bei einem Ausfall? Eine gute Entscheidung braucht klare Antworten, bevor ein Einsatz beginnt.

So finden Sie eine passende Betreuungskraft

Vom ersten Gespräch bis zum Einzug

Vor dem Einzug werden Bedarf und Modell geklärt, ein Vertrag geschlossen, ein Zimmer vorbereitet und die Ankunft geplant. Auch Wechsel und Vertretung sollten von Beginn an besprochen werden. Diese Schritte sind nicht kompliziert, aber sie brauchen Zeit und klare Absprachen. Der Ablaufartikel führt Sie durch die einzelnen Stationen, ohne pauschale Fristen zu versprechen.

Der Ablauf Schritt für Schritt

Wenn es im Alltag nicht rund läuft

Zusammenleben braucht Absprachen. Schwierigkeiten bei Verständigung, Erwartungen oder einem Ausfall sind kein Zeichen des Scheiterns. Wichtig ist ein klarer Ansprechpartner und die Bereitschaft, Themen früh anzusprechen. Der folgende Ratgeber zeigt, wie Familien und Betreuungskräfte solche Situationen ruhig ordnen können, ohne einer Seite die Schuld zuzuschreiben.

Häufige Schwierigkeiten und was dann hilft

Ihr Lesepfad: Was dieser Ratgeber beantwortet, und was nicht

Dieser Überblick ordnet die Entscheidung ein. Die folgenden acht Vertiefungen beantworten jeweils eine konkrete Frage. Er ersetzt keine Rechtsberatung, keine Begutachtung zum Pflegegrad und keine medizinische Beratung. Eine Pflegereform ist geplant, aber noch nicht in Kraft. Die hier genannten Beträge gelten für 2026.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026.

Häufige Fragen

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 478, "5,7 Millionen Pflegebedürftige zum Jahresende 2023". Stand 18.12.2024, Daten Dezember 2023.
  2. Bundesministerium für Gesundheit: Leistungsansprüche der Versicherten im Jahr 2026 an die Pflegeversicherung im Kurzüberblick. Stand 04.11.2025.
  3. Verbraucherzentrale: Ausländische Betreuungskräfte, wie geht das legal? Stand 13.08.2026.
  4. Verbraucherzentrale: Betreuung im Entsendemodell: Bitte nur mit A1-Bescheinigung. Stand 05.08.2026.
  5. beta Institut gemeinnützige GmbH, betanet: Häusliche Pflege > 24-Stunden-Pflege. Bearbeitet 25.08.2026.
  6. Gesetzgeber: § 35a EStG. Laufender Gesetzestext.
  7. Verband der Ersatzkassen, vdek: Pressemitteilung zu Eigenanteilen im Pflegeheim. Stichtag 01.01.2026.
  8. Gesetzgeber: § 3 ArbZG. Laufender Gesetzestext.

Beratung

Wenn Sie Ihre Situation sortieren möchten, beginnen Sie mit den passenden Vertiefungen. Ein Erstgespräch kann helfen, offene Fragen für Ihren Haushalt zu sammeln. Es ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.

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