Polen

1. Landesname

Der vollständige Name Polens lautet Rzeczpospolita Polska, auf Deutsch Republik Polen. Der Begriff Rzeczpospolita nimmt dabei ausdrücklich Bezug auf die bis 1795 existierende Adelsrepublik und ist keine reine Übersetzung des Begriffes Republik. Im Gegensatz zu dessen lateinischer Bedeutung, Sache des Volkes oder öffentliche Sache, bedeutet der Begriff Rzeczpospolita wortwörtlich gemeinsame Sache.

Der Name Polen lässt sich wiederum vom westslawischen Stamm der Polanen (Polanie) ableiten, die sich im 5. Jahrhundert im Gebiet der heutigen Woiwodschaft Großpolen um Posen (Poznań) und Gnesen (Gniezno), zwischen den Flüssen Oder (Odra) und Weichsel (Wisła), niederließen. Die Polanen, waren in der Mehrheit Ackerbauern, ihr Name entwickelte sich demnach aus dem Wort pole, auf Deutsch Feld.1

2. Geographie

Größe: 312.685km2

Angrenzende Länder: Deutschland (456 km), Slowakei (444 km), Ukraine (428 km), Tschechische Republik (658 km), Weißrussland (605 km), Litauen (91 km), Russland (206 km)

Bedeutende Städte: Warschau (Hauptstadt), Lodz, Krakau, Breslau, Posen, Danzig, Stettin, Bromberg, Lublin, Kattowitz

Flüsse: Weichsel, Bug , Narew, San, Oder, Warthe

Das Klima ist gemäßigt. Es gibt kalte, mittelstrenge, wolkenreiche Winter mit viel Schnee und im Sommer ist es heiß und trocken mit vielen Gewittern.

Natürliche Ressourcen: Steinkohle, Braunkohle, Eisenerze, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Schwefel, Barit, Steinsalz, Kaolin, Kalkstein, Dolomite, Kreide, Gips, Marmor, Granit, Gneis und Basalt.2

3. Bevölkerung

Demographische Struktur

Polen hat mit circa 38 Millionen Einwohnern die achtgrößte Bevölkerungszahl Europas und die sechstgrößte in der Europäischen Union. Die Bevölkerungsdichte beträgt 122 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Geburtenrate betrug 2008 1,3 Kinder je Frau.

Ethnien

Das derzeitige Polen ist ethnisch betrachtet ein äußerst homogener Staat, was ungewöhnlich in der polnischen Geschichte ist. Nach der Volkszählung von 2011 sind 99,7 % der Bevölkerung polnische Staatsbürger und 95,53 % davon bezeichnen sich ethnisch als Polen, wobei 2,17 % hiervon neben der polnischen Identität eine weitere angegeben haben. Nationale Minderheiten sind die Deutschen, Weißrussen, Ukrainer, Russen, Litauer, Tschechen, Slowaken und polnische Armenier. Ethnische Minderheiten sind Kaschuben, Roma, Lemken, Tataren, Karaim und Juden.

Sprachen

Die Landessprache Polens ist polnisch; diese gehört zur westslawischen Gruppe der indogermanischen Sprachen. Polnisch ist die Landessprache Polens und gehört der westslawischen Gruppe der indogermanischen Sprache an.

Daneben gibt es einige Minderheitensprachen, die seit 2005 offiziell anerkannt sind.

  • Kaschubisch als Regionalsprache in der Region Danzig mit ca. 50.000 Sprechern
  • Armenisch
  • Deutsch ( seit 1991 anerkannt, ungefähr 150.000 Sprecher )
  • Hebräisch
  • Russisch
  • Slowakisch
  • Litauisch
  • Jiddisch
  • Tschechisch
  • Ukrainisch
  • Weißrussisch
  • Romani
  • Tatarisch

Die Polnische Orthographie basiert auf dem Lateinischen Alphabet, welches um Buchstaben mit diakritischen Zeichen erweitert wurde. Dazu gehören Ą, Ć, Ę, Ł, Ń, Ó, Ś, Ź und Ż. Die Buchstaben Q, V und X sind offiziell Bestandteile des polnischen Alphabets, kommen aber nur in Fremdwörtern vor. Etwa 8 Millionen Menschen außerhalb des polnischen Staatsgebietes nutzten Polnisch innerhalb der Familie. Nach Russisch ist Polnisch die am häufigsten gesprochene slawische Sprache weltweit.1

4. Kurzgeschichte Polens

Während der zweiten Hälfte des 18. Jh. unterschied sich das Königreich Polen sehr vom heutigen Polen. Gebiete aus Litauen, Weißrussland und der Ukraine gehörten zu diesem Zeitpunkt zu Polen. Auf der anderen Seite gehörte nahezu die Hälfte des heutigen Polens früher zu Preußen. Seit undenklichen Zeiten waren diese Gebiete von verschiedenen Menschen verschiedener Religionen bewohnt. Die westlichen und zentralen Gebiete des Königreichs wurden meist von Katholiken, ethnisch polnischer Herkunft besiedelt. Die katholischen Polen und Litauer lebten im nord-östlichen Gebiet, die heutige Republik Litauen. Die östlichen Gebiete wurden von byzantinischen Katholiken ruthenisch ethnischen Hintergrunds (heute Weißrussland und Ukraine) und von einer kleinen, aber wichtigen polnisch-katholischen Minderheit bewohnt.

In der Zeit von 1772 und 1795 wurde das Gebiet des Königreiches Polen zwischen Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt. Während der sogenannten polnischen Teilungen erhielt Preußen die westlichen Gebiete Polens, insbesondere diese, welche später in Westpreußen und Provinz Posen umbenannt wurden. Die Provinz Posen umfasste das Gebiet um Posen herum, welches polnisch Großpolen genannt wird. Die südlichen Gebiete Polens um Krakau und Lemberg herum wurden in das österreichische Imperium integriert und in Galizien umbenannt. Das russische Reich übernahm die zentralen und östlichen Gebiete Polens. Nur während einer kurzen Zeitspanne, als Napoleon Bonaparte Zentral- und Osteuropa regierte, wurde Polen von ihm als von ihm abhängiges Herzogtum Warschau, aus den von Preußen und Österreich 1793-95 angeeigneten Gebieten bestehend, wiederhergestellt .Nach Napoleons Fall wurde der frühere Zustand im Jahre 1815 weitgehend wieder hergestellt: Das siegreiche Russland übernahm die Kontrolle über den größten Teil des Herzogtums Warschau. Der Zar gründete das neue Königreich Polen unter Gewährung relativ großer Autonomie. Die ehemaligen östlichen Teile Polens wurden aber direkt Russland einverleibt. Die 1815 fixierten Grenzen waren bis über das nächste Jahrhundert hinaus stabil, aber einige andere Dinge änderten sich. Das 19. Jh. war die Zeit industrieller Entwicklungen und massiver Wanderungsbewegungen. Die alten polnischen Gebiete (Posen oder "Südpreußen" und Westpreußen) wurden aufgrund deutscher Niederlassungen immer weiter eingedeutscht. Es wurden einige Versuche von polnischer Seite unternommen, wieder unabhängig zu sein, aber alle Aufstände gegen Russland, Preußen und Österreich wurden blutig niedergeschlagen. Dieses war einer der Gründe, dass in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jh. mehr als eine Million Menschen von Polen nach Nordamerika auswanderten. Der 1. Weltkrieg war eine Niederlage für alle Reiche, die Polen einst geteilt hatten. Es entstand die unabhängige Republik Polen. Der größte Teil des Königreichs Polen des 19. Jh., ganz Galizien, der größte Teil der früheren preußischen Provinzen Westpreußen und Posen wie auch einige Gebiete des heutigen Weißrussland und Litauen und der Ukraine wurden polnisch. Die Mehrheit der deutschen Einwohner der früheren preußischen Provinzen Posen und Westpreußen emigrierte nach Deutschland.

Als der 2. Weltkrieg begann, wurde Polen durch die totalitär regierten Staaten Deutschland und Russland angegriffen. Polen wurde zwischen ihnen aufgeteilt, und der weitaus überwiegende Teil der polnischen Bevölkerung vertrieben oder verschleppt. Durch die deutschen Nationalsozialisten wurden ungefähr 90% der polnischen Juden und mehr als eine Million Polen umgebracht. Die Sowjets brachten eine vergleichbare Zahl Polen um und brachten viele in Konzentrationslager in Sibirien. Als diese schreckliche Zeit vorüber war, und der 2. Weltkrieg zu Ende war, wurden in Europa neue Grenzen gezogen. Polen verlor ein Drittel seines Vorkriegsgebiets. Es wurde von Russland übernommen. Als "Kompensation" wurde Polen ein großer Teil Deutschlands, und zwar alle Gebiete östlich der Flüsse Oder und Neiße (Brandenburg, Ostpreußen, Pommern, Schlesien), von den Alliierten übergeben.

Beinahe die gesamte Bevölkerung dieser Gebiete flüchtete noch 1945 oder wurde dann vertrieben bzw. nach Deutschland umgesiedelt. Hunderttausende von Ukrainern wurden in dieser Zeit gezwungen, Polen zu verlassen und sich in der Sowjetunion niederzulassen. Die meisten der Juden, welche die Ausrottungspolitik der NS-Besatzungszeit überlebt hatten, gingen nach Israel oder den USA.

Auf Grund dieser Wanderungsbewegungen verfügt Polen heute über praktisch keine ethnischen Minderheiten mehr (total ungefähr 5%). Außer einigen hunderttausend Deutschen in Schlesien und einer ähnlichen Anzahl Weißrussen in den östlichsten Regionen sowie Ukrainern. Alle übrigen Minderheiten betragen etwa 100.000 Menschen. Diese Situation unterscheidet sich vollkommen von der seiner gesamten früheren Geschichte.

5. Politisches System

Die heutige Republik Polen ist eine parlamentarische Demokratie.

In drei Schritten teilte man die Exekutive (die ausführende Gewalt) dem Senat zu, die Judikative (rechtssprechende Gewalt) dem Krontribunal und die Legislative (gesetzgebende Gewalt) wurde der Verantwortungsbereich des Sejm. Die dadurch erlangte unabhängige Gewaltenteilung zum Zwecke der Machtbegrenzung Einzelner ist die Grundlage der heutigen demokratischen Republik Polens.

Das politische System in Polen besteht aus dem Parlament (Sejm und Senat) und den darin vertretenen Parteien, sowie dem Ministerrat und Ministerpräsidenten und dem Staatspräsidenten. Der Sejm ist der erste und größere Bestandteil des polnischen Parlamentes und besteht laut Verfassung aus 460 Abgeordneten, die sich mit der Gesetzgebung und der Aufsicht über die anderen beiden Gewalten beschäftigen. Eine Fünf-Prozent Klausel regelt den Einzug einzelner Parteien in den Sejm.

Der Senat bildet den zweiten, ergänzenden Teil des polnischen Parlamentes und ist Sitz von hundert Abgeordneten. Der Senat ist in der Lage, Gesetzesvorlagen des Sejms zu kritisieren und Änderungen vorzuschlagen, bevor die Entwürfe dem Staatspräsidenten übergeben werden.

Der Ministerrat und der vorstehende Ministerpräsident beschäftigen sich mit der ausführenden Gewalt (der Exekutiven), welche durch die Regierung und öffentliche Verwaltung geregelt wird. Der Ministerrat erlässt anhand der vom Sejm verabschiedeten Gesetze Rechtsverordnungen. Er hat das Recht, eigene Gesetzesentwürfe einzubringen. Diese durchlaufen ein langes Gesetzgebungsverfahren, das unter anderem aus Lesungen im Sejm und die Einbeziehung von Kommissionen besteht. Auch die Meinung des Senats wird berücksichtigt. Schließlich wird das Gesetz vom Präsidenten unterschrieben und im Gesetzblatt veröffentlicht. Der Ministerpräsident wird durch den Staatspräsidenten ernannt und hat eine Amtszeit von 4 Jahren. Die Minister und hohe Staatsbeamte wie beispielsweise Richter werden ebenfalls durch den Staatspräsident ernannt. Der Staatspräsident steht über dem Ministerpräsidenten und dem Ministerrat und ist daher der Kopf der Exekutiven Gewalt. In seiner fünf-jährigen Amtszeit ist er die letzte Instanz für alle Gesetzesentwürfe, gegen die er notfalls ein Veto einlegen kann, sowie der Repräsentant des Landes in der Welt.

Die Judikative kontrolliert die Einhaltung der Verfassung und der anderen Gesetze. Sie überwacht die Anwendung des Rechtskodex, beschäftigt sich mit dessen Auslegung, verurteilt und bestraft Kriminelle. Die Vertreter der Judikative (insbesondere Richter) werden auf Antrag des Justizministers vom Präsidenten nominiert. Die polnische Judikative besteht aus ordentlichen Gerichten, Verwaltungs- und Militärgerichten, dem Verfassungsgericht sowie dem Staatsgerichtshof. Die Tätigkeit der Gerichte überwacht das Oberste Gericht.

Alle oben genannten Bestandteile des politischen Systems in Polen sind eng miteinander verbunden. In allgemeinen Wahlen wählt die polnische Bevölkerung ihre parlamentarischen Vertreter, die in der Regel von politischen Parteien nominiert werden. Je nach erreichter Stimmenzahl belegen die Parteien die entsprechende Anzahl Sitze im Sejm und Senat.4

6. Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsstruktur

Polens Wirtschaft hat seit 1990 eine eindrucksvolle Transformation durchlaufen, gestützt auf einen Liberalisierungs-und Deregulierungskurs, der die Privatisierung staatlicher Unternehmen einschloss. Der neue Entwicklungsminister Mateusz Morawiecki hat im Februar 2016 einen Plan zur umfassenden Modernisierung der polnischen Wirtschaft vorgestellt. Dieser sog. Morawiecki-Plan soll Polen in den kommenden 25 Jahren wirtschaftlich innerhalb der EU in die Spitzengruppe bringen. Schwerpunkte hierbei sind Innovation, Reindustrialisierung, Kapitalisierung, Strukturstärkung sowie Demographieprogramme.

Die Bruttowertschöpfung Polens erfolgt zu 64 Prozent im Dienstleistungssektor, 32,6 Prozent entfallen auf die Industrie (inkl. Baugewerbe) und 3,4 Prozent auf die Landwirtschaft. Der Privatsektor steht für 80 Prozent der Bruttowertschöpfung und 75 Prozent der Arbeitsplätze.

Wirtschaftswachstum

Polen hatte in den letzten Jahren ein durchgängig positives Wirtschaftswachstum: Die Basis dazu legten eine wirtschaftsfreundliche Politik, die Nutzung von EU-Fördermitteln für einen konsequenten Ausbau der Infrastruktur, ein flexibles Arbeitsrecht, eine hohe Arbeitsmotivation, eine moderate Lohnpolitik, eine große Offenheit für ausländische Investoren und das Bemühen um stärkere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.

Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit bleibt auf stabil niedrigem Niveau. Im Februar 2016 betrug sie (wie im Vormonat) 10,3 Prozent (BAEL: 6,9 im 4. Quartal 2015), die Zahl der registrierten Arbeitslosen 1,655 Mio. Im 4. Quartal 2015 waren 16,2 Millionen Personen erwerbstätig. Die Erwerbsquote lag bei 56,5 Prozent, die Beschäftigungsquote bei 52,6 Prozent. Anzumerken sei an dieser Stelle, dass viele Polen im EU-Ausland tätig sind und zwar im Rahmen der Freizügigkeit durch die Osterweiterung bzw. im Rahmen des Entsendegesetzes. Viele polnische Pflegekräfte werden von ihrem polnischen Arbeitgeber nach Deutschland entsendet, um dort in Privathaushalten Senioren im Zuge einer 24 Stunden Pflege zu betreuen. Diese polnischen Pflegekräfte sind bei der polnischen ZUS gemeldet und verfügen über die Bescheinigung A1. Mehr dazu finden Sie unter Informationen 24h Betreuung.

Löhne

Die Löhne in Polen sind in den Regionen und Berufsgruppen sehr unterschiedlich. Die Belebung auf dem Arbeitsmarkt sorgt für einen Anstieg der Gehälter. Angesichts einer sehr niedrigen Inflation würde dies nach 2014 und 2015 erneut einen erheblichen Reallohnanstieg bedeuten. Der landesweite Durchschnittslohn aller Branchen betrug 2015 3. 899,78 PLN/Monat (ca. 902 Euro). Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 2016 1.850 PLN (ca. 428 Euro).

Auslandsinvestitionen

Polen zählt bei deutschen Unternehmen trotz der wachsenden internationalen Konkurrenz zu einem der attraktivsten Standorte in Mittel-und Osteuropa. Zu seinen Stärken werden die EU-Mitgliedschaft Polens gezählt, der Zugang zu umfassenden Fördermitteln, der große, dynamische Binnenmarkt mit 38,0 Millionen Einwohnern, die geographische Nähe zu Deutschland und anderen wichtigen Exportmärkten, die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Hochschulabsolventen und qualifizierter, flexibler Fachkräfte sowie die Anwesenheit lokaler Zulieferer und Partner. Die deutschen Gesamtinvestitionen seit der demokratischen Wende betragen mehr als 28 Mrd. Euro.5

7. Schulsystem in Polen

Das polnische Bildungswesen ist weitgehend zentral organisiert, der Schulbesuch an öffentlichen Schulen ist kostenlos. Es gibt aber auch einige private Schulen. Vom 6. Bis zum 18. Lebensjahr herrscht allgemeine Schulpflicht.

Das polnische Schulsystem teilt sich auf in vier Stufen:

  • Die obligatorische Vorschule (6.-7. Lebensjahr), die sich in die Elementarstufe (1.-3. Schuljahr) und den Blockunterricht (4.-6. Schuljahr) gliedert.
  • Dreijährige Mittelschule
  • Nach dieser Mittelschule können die Schüler zwischen vier Möglichkeiten der weiteren Ausbildung wählen. Die folgenden 3 führen zum Abitur: Allgemeinbildendes Lyzeum (dreijährige allgemein bildende Schule), Spezialisiertes Lyzeum (dreijährige Schule mit verschiedenen Schwerpunkten) und Technikum (vierjährige Schule, technische Berufsausbildung mit Abitur). Eine weitere Wahlmöglichkeit nach der Mittelschule ist der Abschluss an einer Berufsschule nach 2 bis 3 Jahren.
  • Die allgemeine Hochschulreife berechtigt zur Aufnahme eines Hochschulstudiums. Mit der Einführung des reformierten „neuen“ Abiturs im Jahr 2005 wurden die bisher üblichen Aufnahmeprüfungen abgeschafft. Die Studienplätze werden nach den im Abitur erreichten Punkten (eine Art Numerus Clausus) vergeben.6

8. Traditionelles polnisches Essen

Bodenständig und handfest: Polnische Hausmannskost ist meist preiswert und lecker. In den größeren Städten ist die internationale Küche aber auch vertreten; die deftige polnische Küche stellt sich erfolgreich der Konkurrenz. In der traditionellen polnischen Küche finden sich viele Einflüsse der litauischen, deutschen, russischen und jüdischen Küche wieder.

„Von allen Gemüsesorten mag ich am liebsten Kotelett“, sagt der Pole scherzhaft, denn sie sind große Fleischesser; Rind, Schwein und Geflügel, auch viel Wurst kommen auf den Tisch. Fisch gibt es in diesem katholischen Land traditionell freitags.

Die Mahlzeiten sind reichlich und deftig. Schon zum Frühstück gibt es Rührei und Würstchen, Käse, Wurst, biały ser (schnittfesten Quark), ein paar Tomatenscheiben oder Gurken, dazu Tee oder Kaffee. Bis zum Mittagessen hilft man sich mit einem Stück Hefekuchen (drożdżówka) und Tee weiter. Mittags, zwischen 13 und 14 Uhr, wird warm gegessen. Die Mahlzeit besteht häufig aus Suppe, Hauptgang und Nachtisch. Als Getränk dazu reicht man kompot, meist lauwarmes, verdünntes Kompott aus Erdbeeren oder Kirschen im Glas. Zu Abend isst man in der Regel zwischen 19 und 20 Uhr. Auf den Tisch kommt normalerweise eine ähnliche Speisenauswahl wie beim Frühstück.

Suppen und Eintöpfe werden in Polen gerne gegessen und es gibt sie in großer Vielfalt. Zu den beliebtesten Suppen gehören pomidorowa (Tomatensuppe aus frischen Tomaten mit Nudeln oder Reis), und rosół (Hühner- oder Rinderbrühe). Typisch polnisch sind ebenso kapuśniak und ogórkowa, Suppen, die aus Sauerkraut bzw. sauren Gurken gemacht werden. Lecker ist auch der krupnik, eine dicke Suppe aus Graupen und Gemüse. Typisch für polnische Suppen ist, dass sie meistens mit einem Schuss Sahne abgerundet werden. Hier eine kleine Hitliste der polnischen Speisen:

  • Schnitzel und Kotelett
  • Kohlrouladen mit einer Füllung aus Hackfleisch und Reis (golabki)
  • Rinderrouladen (zrazy)
  • Ente mit Äpfeln
  • Gebratene Gans
  • barszcz: der Klassiker der polnischen Küche: Suppe aus Roter Bete
  • biała kiełbasa : die mit Majoran abgeschmeckte weiße Wurst wird warm, am besten mit chrzan (Meerrettich) gegessen
  • bigos: der berühmte Eintopf aus Kraut, mehreren Fleischsorten, Wurst und Pilzen wird tagelang geschmort
  • chłodnik litewski: die „litauische Kaltschale“ wird aus Joghurt, Buttermilch und verschiedenem Gemüse mit einem Schuss Rote-Bete-Saft gemacht
  • dicke, pikante Suppe aus Kutteln
  • karp po żydowsku: Karpfen auf jüdische Art mit Rosinen und Mandeln
  • kasza gryczana: Buchweizengrütze, meist als Beilage
  • kopytka: Kartoffelklöße mit Speckstippe
  • miód pitny: Honigwein, wird am besten heiß getrunken
  • mizeria: süß-saurer Gurkensalat mit Sahne und Dill
  • pierogi: Teigtaschen mit süßer (z.B. Früchte) oder deftiger (z.B. Hackfleisch) Füllung 7

 

Quellen:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Polen
  2. http://www.uni-koblenz.de/ist/ewis/plgeo.html
  3. http://www.familienseite-fuhrmann.de/polnische-geschichte.htm
  4. http://www.info-polen.com/staat/politisches_system/
  5. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Polen/Wirtschaft_node.html
  6. http://www.polish-online.com/polen/politik/polnisches-schulsystem.php
  7. http://www.sueddeutsche.de/reisefuehrer/polen/essentrinken