Demenzbetreuung: Wie Demenzkranke durch die 24h-Betreuung in ihrer Wohnung bleiben können

Die Demenz bedeutet für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine einschneidende Veränderung in ihrem Leben. Demenzpatienten verlieren mit der Zeit ihre geistigen Kapazitäten und brauchen deshalb ein hohes Maß an Pflege und Aufmerksamkeit. Um die alltäglichen Zuwendungen gewährleisten zu können, sind viele Patienten auf einen teuren Platz in einem Seniorenheim angewiesen. Gerade im frühen und mittleren Stadium der Demenz kann aber auch die 24 Stunden Pflege zu Hause ein gutes Mittel sein, um die Grundpflege sicherzustellen. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel alles, was Sie über das Krankheitsbild wissen sollten, womit Sie als Angehöriger rechnen müssen und unter welchen Umständen die Versorgung durch eine 24h-Pflegekraft möglich ist.

Demenzkranke haben einen hohen Pflegebedarf
Mit der Zeit gehen geistige, soziale und emotionale Fähigkeiten verloren ; © Andrey Cherlat / Fotolia

Was ist Demenz?

Der Begriff Demenz ist eine übergeordnete Bezeichnung für Krankheitsbilder und Symptome, die mit dem Verlust von geistigen, kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten einhergehen. Die bekannteste und häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz, unter der rund 60 Prozent aller Demenzkranken leiden. Bei dieser neurodegenerativen Erkrankung werden nach und nach die Nervenzellen im Gehirn in Mitleidenschaft gezogen. Dieser Vorgang lässt sich zwar durch die Gabe von entsprechenden Medikamenten verzögern, nicht aber vollständig aufhalten.

Im fortgeschrittenen Stadium sind Demenzpatienten nicht mehr fähig, eine Konversation zu führen, sich zu orientieren oder einfache Aufgaben des täglichen Lebens zu erledigen. Das Gedächtnis leidet stark was dazu führt, dass die Patienten sich oftmals nicht mehr oder kaum noch an Personen, Ereignisse, Termine oder Absprachen erinnern können. Durch diese Symptome noch verstärkt, treten in vielen Fällen auch Stimmungsschwankungen und erhöhte Reizbarkeit, bis hin zu Aggressionen und Wutausbrüchen auf.

Unterschied zwischen primärer und sekundärer Demenz

Rund 90 Prozent aller auftretenden Erkrankungen sind den primären Demenzformen zuzuordnen. Die Formen haben gemein, dass die Nervenzellen im Gehirn degenerieren, also sich zurückentwickeln und absterben, ohne dass er einen erkennbaren Einfluss von außen für dieses Verhalten gibt. Hierzu gehört zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit. Neben der neurodegenerativen Demenz wird auch die vaskuläre Demenz den primären Erscheinungsformen zugeordnet. Hier treten die Hirnschäden in Folge von Durchblutungsstörungen auf, die durch Schlaganfälle oder Blutgefäßerkrankungen verursacht werden.

Die sekundäre Demenz hingegen hat ihre Ursachen nicht in den chemischen Vorgängen im Gehirn selbst, sondern wird durch andere, oft äußere Einflüsse bedingt. Das kann eine organische Krankheit, eine Gehirnverletzung oder auch ein Tumor sein. Aber auch ganz andere Krankheiten wie das Parkinson-Syndrom, Aids oder verschiedene Stoffwechselerkrankungen können zu dieser Form der Demenz führen. Aber nicht nur andere Erkrankungen oder Verletzungen führen zum Verlust der geistigen Fähigkeiten. Eine Überdosierung der falschen Medikamente, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Mangelernährung können das Absterben der Hirnzellen begünstigen. Gerade bei den äußeren Einflüssen ist es möglich, die kognitive Leistungsfähigkeit zu einem gewissen Grad wiederherzustellen, indem die zugrundeliegenden Ursachen bekämpft werden.

Status Quo in Deutschland

Aktuell leben in Deutschland rund 1,5 Millionen Demenzkranke. Besonders auffällig ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mit zunehmendem Alter steigt. Nur 20.000 Demenzpatienten sind jünger als 65 Jahre. Mit dem demografischen Wandel rechnen viele Fachleute damit, dass die immer älter werdende Gesellschaft auch zunehmend mit der Demenz zu kämpfen haben wird. Eine Studie der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zeigt, dass schon heute mehr als 40 Prozent der über 90-Jährigen von der Krankheit betroffen sind. Wenn diese Entwicklung sich fortsetzt, wird es den Prognosen zufolge im Jahr 2050 etwa drei Millionen Menschen in Deutschland geben, die an einer Art der Demenz erkrankt sind.

Welchen Pflegebedarf haben Demenzkranke?

Wie eingangs beschrieben, ist der Pflegebedarf gerade in den Endphasen der Demenz sehr hoch. Im Anfangsstadium sind die Patienten oft noch sehr selbstständig und können auch von Familienmitgliedern begleitend betreut werden. Die Belastung der pflegenden Person wächst aber gemeinsam mit dem Ausmaß der Demenz. Besonders die psychologische und emotionale Last, die die pflegenden Verwandten dabei zu tragen haben, darf nicht unterschätzt werden. Dabei zuzusehen, wie ein geliebter Mensch nach und nach seine geistigen Fähigkeiten verliert, ist für viele Angehörige eine sehr schmerzhafte Erfahrung.

Spätestens wenn es zu Aggressionen und Wahnvorstellungen kommt, sollten Sie sich nach professioneller Hilfe umsehen. Hier haben Sie die Wahl zwischen der Kurzzeitpflege, speziellen Einrichtungen und Tagesstätten sowie häuslichen Pflegediensten. Aber auch durch die Hilfe der polnischen Pflegekräfte, die im Rahmen einer 24h-Pflege engagiert werden, kann Ihr Angehöriger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Dies hat besonders bei der Demenz einige therapeutische Vorteile gegenüber einem Umzug in ein Seniorenheim.

Die eigene Wohnung beheimatet viele identitätsstiftende Erinnerungen
Das gewohnte Umfeld hilft dabei, sich an die eigene Vergangenheit zu erinnern; © Photographee.eu / Fotolia

24h-Betreuung im Fall einer Demenz

Die Seniorenbetreuung im Rahmen der 24-Stunden-Pflege ist eine sehr gute Option, besonders in der fortgeschrittenen Phase der Demenz. Die meist osteuropäische Betreuungskraft kann die Grundpflege gewährleisten, erledigt die allgemeinen Aufgaben im Haushalt und leistet Ihrem Angehörigen Gesellschaft. Eine sehr gute und umfassende Versorgung ist hier sogar noch in höherem Maß möglich, als in einem Altenheim, da sich die Pfleger dort um eine größere Anzahl an Klienten kümmern müssen. Die Versorgung durch eine 24h-Betreuungskraft zu Hause hat aber noch einen weiteren wichtigen therapeutischen Vorteil.

Im Verlauf der Demenz verlieren die Betroffenen zunehmend an Erinnerungsvermögen. Gemeinsam mit den gemachten Erfahrungen und prägenden Erlebnissen aus der Vergangenheit geht auch ein Stück der Persönlichkeit verloren. Der Verbleib in den eigenen vier Wänden ist deshalb immens wichtig, da persönliche Gegenstände, alte Fotos, die eigenen Möbel und das gewohnte Umfeld als Erinnerungsstütze fungieren. Diese stetige Aktivierung des Gehirns trägt zu einem verlangsamten Fortschritt des Krankheitsverlaufs bei. So birgt die 24h-Pflege zu Hause nicht nur einen praktischen und finanziellen, sondern auch einen gesundheitlichen Vorteil im Gegensatz zu einem Platz in einem Seniorenheim für Demenzkranke. Jacura vermittelt deshalb Betreuerinnen aus Osteuropa, die sehr erfahren im Umgang mit demenzkranken Senioren sind.

Füllen Sie jetzt den Fragebogen aus und wir als Vermittlungsagentur für Pflegekräfte machen Ihnen konkrete, unverbindliche Personalvorschläge für 24h-Pflegekräfte, die über einen großen Erfahrungsschatz in der Betreuung von Demenzkranken verfügen.

Kostenvergleich zwischen Heim und 24h-Pflege

Für viele Betroffenen kommt ein Umzug in ein Pflegeheim schließlich auch deshalb nicht in Frage, weil ein Platz dort mit erheblichen Kosten verbunden ist. Auch wenn die Pflegeversicherung einen großen Anteil übernimmt, müssen trotzdem nicht selten noch Rechnungen von weit über 2.000 Euro monatlich beglichen werden. Hier ist eine Individualbetreuung zu Hause, auch wenn es widersprüchlich klingen mag, in vielen Fällen sogar deutlich günstiger. Das Engagement von 24h-Pflegekräften kostet Sie, je nach Anbieter, Beschäftigungsform und Anforderungen, zwischen 1.700 und 2.800 Euro. Dabei handelt es sich um die monatlichen Gesamtkosten, die bei einem Platz im Altenheim durchaus doppelt so hoch ausfallen können.

Da der Staat die Pflege im eigenen Heim fördern möchte, bekommen Sie ab dem zweiten Pflegegrad eine finanzielle Unterstützung in Form von Pflegegeld. Dieses können Sie für die Bezahlung der Pflegekraft aufwenden. Auf unserer Informationsseite zu den Kosten der 24h-Betreuung finden Sie eine exemplarische Darstellung, wie sich ein möglicher Endpreis unter Berücksichtigung des Mindestlohns für Pflegekräfte zusammensetzt. In dem hypothetischen Fall liegt der Preis für die Dienste der Pflegekraft bei 2.000 Euro. Zuzüglich der zu tragenden Fahrtkosten wird nach dem Abzug des Pflegegeldes, des Verhinderungspflegegeldes und dem Anspruch auf Kurzzeitpflege ein Wert von rund 1.300 Euro ermittelt, den der Auftraggeber selbst zu zahlen hätte. Dies kann, je nach Pflegeaufwand und Standort des Pflegeheims, einen Unterschied von rund 1.000 Euro monatlich im Gegensatz zu einer stationären Pflege bedeuten. Prüfen Sie also vor dem Umzug in ein Heim gründlich, ob die Beschäftigung einer 24-Stunden-Betreuungskraft in Ihrem Fall nicht deutlich günstiger wäre.

Die stationäre Pflege von Demenzkranken ist mit hohen Kosten verbunden
Die 24h-Pflege ist oft die günstigere Alternative zum Seniorenheim ; © Sir_Oliver / Fotolia

Formen der 24h-Pflege

Die relativ großen Preisschwankungen kommen dadurch zustande, dass es unterschiedliche Beschäftigungsmodelle bei der 24h-Betreuung gibt. Die am meisten verbreitete Variante ist dabei die Entsendung. Hier kommen Pflegekräfte nach Deutschland, die bei einem Arbeitgeber in einem anderen EU-Land angestellt sind. Dort werden auch die Sozialversicherungsbeiträge für sie entrichtet, was einer der Hauptgründe für die niedrigeren Kosten ist. Belegt wird die korrekte Abführung übrigens durch das Formular A1, das im Regelfall von der vermittelnden Agentur beantragt und vom Herkunftsstaat der Pflegerin ausgestellt wird.

Die meist kostenintensivere Alternative ist die direkte Anstellung, bei der Sie als Haushalt der Arbeitgeber sind. Ebenso möglich ist das Engagement einer selbstständigen Pflegekraft. Beide Formen sind aber nicht unproblematisch. Die direkte Anstellung im Haushalt ist zwar rechtlich einwandfrei, aber mit Mehrkosten und Aufwand verbunden. Sie müssen nicht nur die Versicherungen organisieren, sondern auch selbst für die korrekte Abrechnung der Lohnnebenkosten sorgen. Der hohe bürokratische Aufwand ist zwar bei der Beschäftigung einer selbstständigen Pflegekraft so nicht nötig, dafür besteht hier die Gefahr, sich in einer rechtlichen Grauzone zu bewegen. Wenn eine selbstständige Person nur einen Auftraggeber hat, besteht automatisch der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit. So haben alle drei Beschäftigungsformen ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Vorteile der 24h-Betreuung bei Demenz

Die speziellen Herausforderungen und Bedürfnisse, die durch eine Demenzerkrankung zustande kommen, werden durch die 24h-Pflege sehr gut aufgefangen. Wir haben für Sie die wichtigsten Vorteile hier noch einmal kurz und übersichtlich aufgelistet.

Durchgängige Aufsicht durch professionelle Betreuungskraft
Pflegende Verwandte werden entlastet
Verbleib in der eigenen Wohnung ist möglich
Gewohntes Umfeld fungiert als Erinnerungsstütze
Teils deutlich günstiger als der Aufenthalt in einem Altenheim
Aufgaben im Haushalt werden mit übernommen
Individuelle Betreuung

Fazit: Ist die 24-Stunden-Betreuung für die Versorgung eines Demenzpatienten geeignet?

Diese Form der Betreuung ist sehr gut geeignet, um dem Pflegebedarf einer an Demenz erkrankten Person zu decken. In der eigenen Wohnung bleiben zu können hat einen nicht zu unterschätzenden therapeutischen Effekt. Außerdem kann die Betreuungskraft aus Osteuropa ganz individuell auf die Bedürfnisse Ihres Angehörigen eingehen und ist rund um die Uhr vor Ort, was besonders in Bezug auf mögliche Weglauftendenzen sehr wertvoll ist. Deswegen vermitteln wir 24h-Betreuungskräfte, die über einen großen Erfahrungsschatz in der Betreuung von Demenzpatienten verfügen.

Wenn Sie an der Beschäftigung einer 24-Stunden-Pflegekraft interessiert sind, können Sie ein kostenloses und unverbindliches Angebot für die 24h-Betreuung anfordern. Nachdem Sie den Fragebogen ausgefüllt haben, ermitteln wir gemeinsam, welche Aspekte in ihrem individuellen Fall wichtig sind und unterbreiten Ihnen dann passgenaue Personalvorschläge. So sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger so schnell wie möglich von den Vorzügen der 24-Stunden-Pflege profitieren kann und ihm der Umzug in ein fremdes Umfeld erspart bleibt.

 

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